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Das Web 2008
Kundenkommunikation und Konzeptionierung
Design & Typografie
Usability 2.0
CSS-Layouts mit YAML
Aktuelle Web 2.0-Tools
Danksagung
Der Multimediatreff rief »Web 2008« und (fast) alle kamen. Mit 180 Teilnehmern waren die Räumlichkeiten am Anschlag ihrer Kapazität und eine kuschelige Enge machte sich breit. Die damit verbundene hohe Dichte an Rauchern machte es erforderlich diese gesundheitliche Gefährdung zu verlagern, weil nach Aussagen der lokalen Technik sonst irgendwann die Feuermelder losgehen und alle nass werden oder die Kölner Feuerwehr vorbeischaut. Keine Angst, alle blieben trocken, zumindest äußerlich. Das Netz hat bisher zwar allen Versuchen widerstanden seine Zukunft vorherzusagen und immer wieder Wege gefunden die Auguren zu überraschen. Trotzdem machte eine Riege erlesener Referenten einen neuen Anlauf das Unmögliche zu versuchen, um ein wenig Licht ins Dunkel des nächsten Jahres zu bringen.
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Das Web 2008
| Tobias Hauser | >>
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Nachdem die lange Schlange am Anmeldungstisch abgearbeitet war, begann der 21. Multimediatreff mit leichter Verspätung und einem gekonnten Monolog von Oliver. Er stellte die Referenten vor, klärte in einer Abstimmung ab, ob die Kölner bereit sind, zum nächsten Multimediatreff nach Düsseldorf zu fahren (Sie sind es, wenn auch unter kölschem Vorbehalt). Schließlich ließ er Tobias Hauser einen Blick in die Kristallkugel werfen, den er unter das Motto »Das Web 2007 und 2008 - Kristallkugel reloaded« stellte. Er begann mit einem Rückblick auf seine bisherige Prognosesicherheit: AJAX hat seine Entwicklung fortgesetzt. Dann begann er die Felder Technik, Design und Business zu bearbeiten. In der Technik setzt sich der Trend fort alte Bekannte wie Frames und Tables zunehmend durch CSS zu ersetzten, obwohl die Tools für CSS-Design immer noch nicht so sind, wie sie sein sollten. Das wird sich seiner Meinung auch 2008 nicht ändern. Eine Prognose, die alle erfreute war, dass der IE5 langsam ausläuft und auch IE6-Unterstützung bald aus den Anforderungskatalogen der Kunden verschwinden wird.
Clientseitig lag Tobias falsch in seiner Hoffnung, dass DOM zu Allgemeinwissen wird. Nein nicht Dom, DOM! - auch wenn wir in Köln sind. xHTML kommt so langsam in Fahrt. Für 2008 prophezeit er, dass Javascript zunehmend professioneller eingesetzt wird und weniger gefrickelt wird. Dazu tragen Erweiterungen wie Firebug bei. Unterstützt wird dies auch durch die Entwicklung der Frameworks, in denen sich AJAX und Javascript näher kommen.
Serverseitig erwartet er nächstes Jahr PHP6, aber insgesamt wird sich hier wenig bewegen. Das Rennen zwischen Adobe und Macromedia hat sich in ein Rennen zwischen Adobe und Microsoft verwandelt, bei dem Adobe als Marktführer einen klaren Startvorteil hat. Die Frage ist, ob Microsoft hier durch gute Produkte aufholen kann. Tobias sieht Adobe und seine Dreamweaver-Illustrator-Photoshop-Flash-Phalanx zumindest für 2008 als klaren Sieger gegen Expression-Silverlight. Langfristig äußerte er sich da deutlich vorsichtiger, da Microsoft nach seiner Meinung die besseren Entwicklungsumgebungen hat und zudem einen langen Atem. Bei der Einführung von Actionscript 3 hat Adobe nach Tobias eine Chance verpasst konsequent voran zu schreiten und nichts Halbes und nichts Ganzes abgeliefert.
Bei Content-Management-Systemen hat Joomla zumindest im deutschsprachigen Raum gegen Mambo gewonnen, zeigt aber deutliche Schwächen in der Entwicklungsgeschwindigkeit. Die Version 5 von Typo sieht er erst 2008/9. Wirkliche Überraschungen sind hier also nicht zu erwarten.
Im Design hat sich recht wenig getan. Es scheint, als ob die bestehenden Konzepte sich behaupten und bestehen bleiben. Trends? Abgerundete Ecken und Reiter sind mittlerweile alte Hüte. Wirkliche Trends konnte Tobias nicht erkennen. Es geht halt so weiter wie bisher. Usability ist natürlich immer noch ein Thema, aber auch hier passiert nicht viel, weil keiner wirklich Geld dafür ausgibt. User Experience, oder deutsche Nutzererfahrung, steht - außer in Vorträgen und Präsentationen - nicht im Vordergrund. Mal sehen was die Zukunft bringt. Sinnvoll wäre es. Aber rechtfertigt dies den Entwicklungsaufwand und die höheren Ladezeiten?
Und im Businessbereich? Tobias sieht Ähnlichkeiten zur guten alten Zeit um 2001. Aber 2001 endete in einer Katastrophe. Also erst mal sehen was von den Startups übrig bleibt, wenn sie durch die zweite Finanzierungsrunde durch sind. Einen klaren Trend sieht er in der zunehmenden Verwendung von open source und einer Tendenz zum Web der Systeme.
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Kundenkommunikation und Konzeptionierung
| Nils Pooker
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Nils Pooker führte das Auditorium durch die Tiefen und Untiefen des Projektalltags. Projekte laufen in der Realität halt doch anders ab, als es in den schönen Modellen steht, die so viele Powerpoint-Präsentationen zieren. Verwirrung und Missverständnisse sind die Regel. Bei einer guten Kommunikation hilft die Konstruktion einer gemeinsamen Gedankenwelt. Fehlkonstrukte führen zu einer schlechten Kommunikation. Das Ganze wird dadurch erschwert, dass die Innovationszyklen immer kürzer werden und die Menge an Informationen, die ein Webdesigner verarbeiten muss, um am Ball zu bleiben, ständig wächst. Das Resultat ist ein Kontrollverlust auf allen Seiten. Was den Nutzer natürlich nicht interessiert, der einfache Lösungen ohne Lernzwang will.
Der Endnutzer hat dabei auch noch andere Interessen als der Kunde, der die Rechnungen bezahlen soll. Das kann zu Konflikten führen, die man möglichst im Vorfeld vermeiden sollte. Am Anfang deshalb Fragen stellen und keine Statements abgeben, die man später bereut. Hilfreich ist auch, verständlich zu sprechen und Trendbegriffe zu vermeiden, die keiner versteht und mancher missversteht. Nils betonte auch die ethische Verpflichtung des Webdesigners im Sinne eines echten Nutzens für alle Beteiligten zu handeln und auch bereit zu sein NEIN zu sagen, wenn Grenzen überschritten werden.
Durch Fragen kann man mit dem Kunden zusammen ein Leitbild entwickeln, das hilft dem Projekt eine klare Linie zu geben. Nils stellte sein Konzept vor, wie man in der Aufwärmphase mit dem Kunden Fehler vermeidet. Dazu gehört, auf allzu dumpfe Kritik an bestehenden Webseiten zu verzichten und erst mal festzustellen, ob man überhaupt einem Entscheider gegenüber sitzt. Sein Tipp: suche den Ranghöchsten und das ist meistens der ruhigste Ansprechpartner.
Unterstützende Tools sind hilfreich, aber nicht das Entscheidende. Letztendlich kommt es darauf an den Kunden einzubinden. Sein Tipp: Kartenlegen, mit kleinen Karten und großen Filzstiften, um die Texte kurz zu halten. Bei tollen 3D-Tools besteht die Gefahr, dass man Erwartungen weckt, an denen man später zu knabbern hat. Sein Tool-Tipp: Zoho
Eine andere Falle, auf die Nils hinwies, sind Emails. Kunden, die ihre Postfächer nicht abrufen oder Anhänge übersehen und dadurch effektiv auch die besten Absichten sabotieren, natürlich ohne Absicht. Für die Visualisierung empfiehlt er »Jing«, das unter jingproject.com frei verfügbar ist. Nach Nils ist Usability DER JOB eines Webentwicklers, den er verteidigen sollte. Die Grundlage dafür ist der gesunde Menschenverstand, durch den jeder Mensch in der Lage sein sollte zu erkennen was Sinn macht und was nicht.
Neben den gängigen Anforderungen steht zunehmend die Barrierefreiheit im Fokus. In Deutschland gibt es 3 Millionen Schwerbehinderte, 10% aller Männer sind farbenblind und 35,4% gehören zur Generation »50plus«. Diese Zahlen sind sicher eine Überlegung wert, wenn man nicht große Personengruppen von der Nutzung ausschließen will. Also Leute: fragt euch, wer eure Zielgruppe ist.
Nils betonte, wie wichtig es ist, in der Konzeptionsphase den Kontakt zum Kunden zu halten. Ein einfaches Layouten mit Photoshop kann hier helfen den Kunden einzubinden, ohne dass auch nur eine Zeile HTML-Code geschrieben wird. Er gab eine Einführung wie man schnell und eindrucksvoll eine Layoutpräsentation erstellt. Am besten als PDF und niemals als Ausdruck. Bei Kunden, die es verkraften empfiehlt Nils den Einsatz von Zoho Notebook für »Mitmachdesign 2.0«.
Nach dem Photoshoplayout kommt der HTML-Prototyp. Webstandards halten diesen flexibel und er sollte zielgerichtet sein. Eine Einbindung des Kunden an den richtigen Stellen gibt diesem das Gefühl, dass sein Geld gut angelegt ist und auch wirklich etwas passiert. Prototypen sorgen für eine perfekte Abstimmung bis zum Launch und ermöglichen einen stetigen Strom von Feedback auch von »unbekannten Beratern« im Umfeld des Kunden. Für das Prototyping empfiehlt Nils YAML.
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Design & Typografie
| Gerrit van Aaken
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Gerrit van Aaken gab einen Überblick über aktuelle Trends im Webdesign für das Web 2.0. Oder sollte man besser sagen: Klischees im Webdesign? Er sieht sich als Beobachter und Bewerter, nicht als Groupie eines neuen Hypes. Ein großer Vorteil des Web 2.0 ist, das es nicht unter Print-Altlasten leidet, wie sein Vorläufer. Diese Freiheit zeigt sich auch in den Logos der Unternehmen, die in diesem Umfeld entstanden. Hier finden sich 3D-Effekte und zweiteilige Namen. Oder ist dies ein Klischee, vom dem man sich befreien sollte? Gerritt ging im Folgenden durch eine Reihe von Klischees und hinterfragte, was gut und was schlecht ist. Angefangen bei abgerundeten Ecken, über große Schriften bis hin zu Trebuchet MS als Schriftwahl.
Große bunte Buttons! Ein Trend, der die Usability wirklich erhöhen kann. Natürlich freut sich auch das Marketing über die Gestaltungsmöglichkeiten GROSSER Buttons. Kombiniert mit räumlichen Wirkungen hat das Web 2.0 so seinen eigenen »Look-and-Feel« entwickelt. Man sollte allerdings subtil vorgehen und nicht zu tief in die Trickkiste fallen. »Simplicity still rulez!« Aber bitte nicht so simpel, dass es hässlich wird. Oder doch lieber kraftvoll mit harten Kontrasten und Farben - es gibt Beispiele für und gegen beide Ansichten, aber auch für Kombinationen beider Konzepte. Generell gilt, dass es ohne Denken nicht geht. Es gibt keine einfachen Klischees, denen man nur folgen muss, um ein aktuelles Design zu erzielen.
Entsprechend gibt es als Alternative die Designverweigerung, bei der völlig auf Design verzichtet wird. Und siehe da, es gibt auch hierfür Beispiele, die funktionieren. Wie kann man Designverweigerung erklären; Gerrit sieht hier den Konflikt zwischen User-generated-Content und Design. Beides funktioniert nicht zusammen. Niemand will seine eigenen gefrickelten Inhalte in Designerseiten sehen, sondern in einem authentischen Umfeld, das die Inhalte nicht verfälscht oder erdrückt. Designverweigerung ist also nicht zwangsläufig die Folge von Sparsamkeit oder Unfähigkeit, sondern zeugt zumindest manchmal von Kalkül und Verständnis.
Gerritt fasste alles in drei Thesen zusammen:
1. Webdesign hat sich in der Version 2.0 vom printbasierten Corporate Design emanzipiert.
2. »Schönheit« muss im Kontext beurteilt werden.
3. Ironische und unwissentliche Klischeeerfüllung wird zunehmend peinlich!
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Usability 2.0
| Stefan Nitzsche | >>
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Stefan Nitzsche brachte Licht in das Dunkel dieses fast mythischen Begriffs. Usability hängt offensichtlich mit der Zielgruppe zusammen, für die eine Website gestaltet wird. 90% aller Web 2.0-Benutzer sind reine Konsumenten, etwa 10% nehmen gelegentlich teil und weniger als 1% beteiligen sich aktiv. Ebenso wichtig sind die technischen Voraussetzungen, damit Web 2.0-Anwendungen in der beabsichtigen Form funktionieren: Breitbandanbindung und Prozessorleistung.
In den USA nutzt bereits ein Viertel aller Unternehmen das Web, um Kunden in die Verbesserung der Produkte einzubinden. Deutschland hinkt hier noch massiv hinterher, obwohl 2007 etwa 40,8 Millionen also ungefähr die Hälfte der Bevölkerung im Netz sind. Frauen sind hier aktiver als Männer. Die Basis ist also gegeben, aber nur wenige der Nutzer können sich unter Web 2.0 etwas konkretes vorstellen. Die neuen Konzepte sind deshalb kein uneingeschränkter Segen, sondern stellen die Nutzer und Entwickler vor neue Probleme. Der Schritt von Web 1.0 zu Web 2.0 muss erst einmal in den Köpfen ankommen. Damit ändern sich auch die Anforderungen an die Usability, da die neuen Web 2.0-Anwendungen andere Möglichkeiten bieten, die vom Nutzer erkannt und beherrscht werden müssen, bevor er sinnvoll mit der Anwendung arbeiten kann. Web 2.0-Anwendungen müssen erlernbar gestaltet werden.
Zentral für die Bedienbarkeit eines Systems sind die Heuristiken und Konventionen. Diese ändern sich durch die veränderten technischen Voraussetzungen. Der Browser wird zunehmend entmündigt, weil die Funktionen immer mehr in die Anwendungen verlagert werden. Dies kann dazu führen das traditionelle Vorgehensweisen wie der zurück-Button in Web 2.0-Anwendungen nicht mehr den gewünschten Effekt haben. Da es keine Standards gibt besteht aktuell die Gefahr, dass Nutzer nicht mehr auf bekannte Muster zurückgreifen können, um sich die Funktion einer Applikation zu erschließen. Hier können die neuen Möglichkeiten zum Problem werden. Andererseits ermöglicht AJAX Systeme so flexibel zu gestalten, dass Poweruser und Anfänger effektiv mit dem selben Interface arbeiten können, weil entsprechende Shortcuts elegant in die Bedienung integriert werden können.
Prinzipiell gelten aber dieselben Regeln für Web 1.0 und 2.0, nur die konkreten Ausprägungen unterscheiden sich, weil die Technik neue Ansätze ermöglicht. Wie ehemals bei Web 1.0 ist das Web 2.0 hier in der Findungsphase, in der viele Dinge ausprobiert werden. AJAX ermöglicht hier durch Echtzeitvalidierung und direkte Reaktion auf Nutzereingaben einen echten Mehrwert, weil Nutzerfehler elegant abgefangen werden können. Web 2.0 hat aber auch Seiten, die keine Entsprechung in Web 1.0 haben, die zu neuen Heuristiken führen. Neue Heuristiken sind beispielsweise: Niemals Navigationen mit AJAX aufbauen. »Polling« führt zu Performanceproblemen und erhöhtem Datenverkehr. Lesezeichen/Deep Links zulassen. Ansprechbarkeit signalisieren. Graceful Degradation.......
Web 2.0-Anwendungen sollten eine sinnvolles Verhalten aufweisen, wenn der Nutzer Skripte ausschaltet oder andere Einschränkungen gelten. Optimal ist ein Fallback auf Web 1.0-Funktionalitäten, damit der Wert einer Site nicht schlagartig verloren geht, wenn nicht alles reibungslos funktioniert - ein Zustand der im Web häufiger ist, als es den Entwicklern lieb ist. Deshalb: Web 2.0-Technologien nur dort einsetzen wo sie Sinn machen. Sonst verzichtet man besser darauf.
Neben den Heuristiken ändern sich auch die Konventionen. Besonders gilt dies für den »Link«. Er hat sich von dem einfachen unterstrichenen Text zu einer Vielfalt von Möglichkeiten entwickelt, über deren Sinn sich die Experten noch lange nicht einig sind. Ähnlich in Frage gestellt wird die Positionierung der Elemente, die sich in Web 1.0 im Wesentlichen aus den Möglichkeiten von HTML ergeben haben, aber in Web 2.0-Anwendungen eher der Logik von Programmen folgen. Das kann beim Benutzer zu erheblicher Verwirrung führen. Zum Beispiel wenn Funktionalitäten versteckt werden. Daraus entsteht die Forderung, keine Metaphern zu mixen. Web 1.0 - Metaphern sollten eindeutig von Web 2.0 - Metaphern getrennt werden. Der Entwickler sollte sich klar für einen Ansatz entscheiden.
Dies alles macht die Evaluation von Web 2.0-Anwendungen deutlich schwieriger als die von Web 1.0-Seiten, für die es mittlerweile recht klare Regelwerke gibt. Welche Standards sich hier herausbilden werden ist zum jetzigen Zeitpunkt unklar. Die Rolle von Probandentests wird wahrscheinlich mangels anderer Ansätze zunehmen. Ebenso wird wahrscheinlich das Eye Tracking zunehmen, um zu überprüfen, ob die beabsichtigten Wirkungen überhaupt eintreten.
Prinzipiell besteht bei Web 2.0 die große Gefahr, dass die Regeln guten Designs unter die Räder technischer Möglichkeiten geraten. Insbesondere in der aktuellen Spiel- und Ausprobierphase, in der die Entwickler noch nicht auf Erfahrungswerte zurückgreifen können, sondern mehr durch Wünsche und den Hype getrieben werden. Man erinnere sich nur an den Blink-Tag der Urtage des Internets.
In »Social Networks« können die Möglichkeiten von Web 2.0 die Bedienung und die Behandlung von Fehlern deutlich eleganter und nutzerverträglicher gestalten, weil Rückmeldungen sofort erfolgen können und intelligentere Prozesse möglich sind, als sie mit den Techniken des Web 1.0 zur Verfügung stehen.
Abschließend wies Stefan darauf hin, dass Web 2.0 besonders schwierig für behinderte Mitmenschen ist, die keinen Zugang zu den Benutzerschnittstellen haben, die mit Web 2.0-Funktionlitäten erstellt werden. Ein Ansatz des W3C zur Verbesserung der Situation ist die geplante Accessible RIA-Suite: WAI-ARIA.
Stefans Fazit war: Etabliert und achtet Konventionen. Testet vor, nach und während der Produktion. Usability ist ein wichtiger Faktor im Kampf um Konvertierung der passiven in aktive Benutzer.
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CSS-Layouts mit YAML
| Jens Grochtdreis & Dirk Jesse | >>
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Jens Grochtdreis - Godfather der Webkrauts - stellte der Gemeinde das YAML-Framework vor. Dieses soll den Entwicklern die Arbeit erleichtern, indem es ihnen eine Vielzahl von Entscheidungen abnimmt. Ganz abgesehen vom Entwicklungsaufwand, den er einspart, um zum Beispiel Browserbugs zu umgehen. YAML erleichtert durch vorgefertigte Problemlösungen die Arbeit mit xHTML und CSS. Es gibt zwei universelle Ansätze, um das Problem umfassend anzugehen (ein dritter ist Blueprint, der aber weniger universell ist): Yahoo! UI und Grids. Beide basieren auf komplexen Javascript-Sammlungen. Das Yahoo! UI ist ein robustes zuverlässiges Framework, das sich in der Praxis bewährt hat. Das Konzept hinter Grids ordnete Jens in den Bereich des Vodoos ein.
Jens warnte davor Frameworks als Wundertüte zu verstehen, die man ohne Kenntnisse der Materie anwenden kann. Das ist nicht der Fall. Der Vorteil von Frameworks ist, dass die Fehlerquote reduziert wird! Denken muss man trotzdem.
YAML ist ein xHTML/CSS-Framework. Kein Javascript! Es ist die Basis vieler kleiner und großer Auftritte. Die Dokumentation zu YAML ist sehr gut und lohnt sich auch, wenn man YAML nicht selbst anwenden will, um einen Überblick über die Problematik zu bekommen. In YAML kann man flexible Layouts erstellen, indem man etwas Umfangreiches nimmt und dann Elemente entfernt. Yahoo! arbeitet genau anders herum. Man fügt zu einem schlanken Grundgerüst Elemente hinzu. Die Yahoo!-Dokumentation ist eher bescheiden.
Jens erklärte die Struktur der Container, mit denen YAML arbeitet. Er bezeichnet die Grundstruktur als »charmantes Angebot«, aus dem man selbst entfernen kann, was man nicht braucht. YAML ist so aufgebaut, dass man sich nicht um den Boxen-Modell-Bug oder andere hässliche Browserleichen im IE kümmern muss. Änderungen lassen sich elegant im CSS durchführen. Das xHTML muss nicht angefasst werden. Dies hat den Vorteil, dass jeder der mit YAML arbeitet sofort versteht, was andere mit YAML machen. YAML sorgt für eine bessere Verständlichkeit im Entwicklungsprozess.
Die CSS-Struktur von YAML besteht aus einem Kern, der um weitere Stylesheets erweitert ist. Die Details kann man sich in der Dokumentation anschauen. YAML enthält Stylesheets für die IE-Browserhacks und das Drucklayout. Die Stylesheet liegen in einer extensiv kommentierten und einer kompakten kommentarlosen Version vor. Wer will, kann diese Dateien natürlich nach dem eigenen Bedarf verändern. So kann man zum Beispiel die dynamische Struktur in ein fixes Layout verwandeln.
Dann übergab er an Dirk Jesse, der YAML in der Praxis vorstellte. Er stellte klar, dass er keine Lust hat sich mit Browserbugs rumzuschlagen und deshalb YAML entwickelt hat. Wer zuverlässige funktionierende Bausteine verwendet, kann schneller und effektiver arbeiten, weil er weniger Zeit mit Bugfixes verliert. Die einheitliche Codebasis verbessert außerdem die Zusammenarbeit, weil alle von derselben Sache sprechen und sich nicht mit individuellen Entwicklungsstilen herumschlagen müssen. Dirk stellte dann den YAML-Builder vor, ein Javascript-Tool, welches das Arbeiten mit YAML erleichtert. Er zeigte wie sich das Standardlayout durch einfache Einstellungen im YAML-Builder an den jeweiligen Bedarf anpassen lässt. Dabei kann der Builder nicht nur Elemente modifizieren oder entfernen, sondern auch per Drag&Drop Elemente hinzufügen. Über Subtemplates können bestehende Elemente weiter zerlegt werden, um ein tiefer strukturiertes Layout zu erzeugen.
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Aktuelle Web 2.0-Tools
| Vitaly Friedman | >>
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Vitaly Friedman vom SmashingMagazine.com brachte Ordnung in das Meer von Tools, die dem Webentwickler das Leben erleichtern sollen. Er reduzierte ihre Zahl auf eine Werkzeugkiste von überschaubaren Dimensionen. Der Grund neuen Tools eine Chance zu geben, ist die Erhöhung der eigenen Produktivität. »Never touch a running system« kann hier die falsche Einstellung sein.
Mangelhafte Kommunikation und ineffiziente Workflows sind Standardprobleme in der Entwicklung. Hier kann man mit entsprechenden Tools nachhelfen, um die Kommunikation zu bündeln und in einer brauchbaren Form darzustellen. Email ist dafür kein geeignetes Instrument. Eine Webplattform, die für Kunden und Entwickler zugänglich ist, kann hier deutlich wirkungsvoller sein. Quellcodemanagement ist ein weiterer Bereich, der in Projekten häufig vernachlässigt wird, ganz zu schweigen von dem weiten Feld der Projektverwaltung und dem Zeitmanagement oder den Problemen, die aus mangelhaften Projektarchitekturen entstehen.
Vitaly stellte dann seine Hitliste vor:
Kommunikation mit dem Kunden » ConceptShare:
Ein Tool, in dem der Kunde Designs hinterlegen kann, die er für besonders gelungen hält. Er kann darin einzelne Elemente hervorheben und bewerten. In gewisser Weise bringt dieses Tool Demokratie in den Designprozess, zumindest bei der Bewertung. ConceptShare basiert auf Flash. Es gibt eine kostenlose Minimalversion. Eine Vollversion kostet. Das Programm wird bei ConceptShare betrieben, ist also eine ASP-Lösung.
Organisation von Informationen » BackPack:
Es ist ein Weborganizer einer neuen Generation mit Benachrichtigungsfunktion, die SMS versenden kann. Datei-Sharing ist möglich. Backpack kostet einen monatlichen Beitrag.
Stikkit ist die kostenlose Alternative.
Projektverwaltung und -Management » BaseCamp:
Projektmanager mit Time-Tracking-Funktion, Todo-Listen und alles was man so von einem PM-Tool erwartet. Eine Alternative ist Lighthouse das mit einem Ticket-System arbeitet. Beide kosten einen monatlichen Beitrag.
Quellcode-Management » Springloops:
Minimalistisches System, in das Subversion integriert ist, basierend auf drei Servern (Development, Staging, Production). Kostet einen monatlichen Beitrag. Die Alternative ist Trac.
CSS-Framework » Tripoli:
Browsersichere Default-Stylesheets. Alternativen: Blueprint, YAML und Yahoo! UI Library
Typografie
» Typetester — Schriftarten online vergleichen.
» Font Tester — Werkzeug zur Auswahl von optimalen typografischen Vorgaben.
» FontExplorer X — kostenloses Desktop-Tool zur Schriftverwaltung (Mac, Win sehr buggy!)
Farbharmonien » Color Schemer Studio:
Entwicklung von wirkungsvollen Farbschemata. Alternative: Adobe Kuler / GenoPal
Javascript » Firebug
Erweiterung für Firefox zum Debuggen von Javascripten.
Usability-Tests » Taskee
Kostenloses Werkzeug zur Durchführung von Site-Tests.
Rechnung ausstellen » Simply Invoices
Verwaltung von Rechnungen. Kann in Basecamp integriert werden und kann deutsche Rechnungen erstellen. Kostet eine monatliche Gebühr.
Web Analytics » Clicky
Standard Berichte über Webnutzung und Spymode, der zeigt was gerade auf der Website passiert mit detaillierten Informationen zum Nutzer. CrazyEgg analysiert detailliert das Klickverhalten.
Nach einer kurzen Pause verlosten wir noch eine Menge Bücher unseres diesmaligen Sponsors, dem wir ganz herzlich für die Unterstützung und die Pizzen danken: Galileo Press, und hier ganz besonders dem Computing Team.
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Danksagung
| an alle unterstützenden Kräfte, vielen Dank! | >>
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Ohne Unterstützung von Dritten und Sponsoren wären die Veranstaltungen
kaum so günstig realisierbar und so möchten wir uns bei folgenden
Partnern bedanken:

Auch diesmal unterstützte uns der JFC
Medienzentrum als unser Kooperationspartner bei den Räumlichkeiten
und der Technik im KOMED /
MediaPark - vielen Dank!
Der 21. Multimediatreff wurde exklusiv von Galileo
Computing unterstützt und bedachte die Teilnehmer mit Geschenken in
Form von vielen Büchern zum Thema Web 2.0!
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